Vor der Messe ist nach der Messe. 

Der Januar bedeutet nicht nur für viele ein Neuanfang, sondern Messezeit für uns Interior-Begeisterte. Den gesamten Monat finden überall Messen statt und man freut sich auf Neuheiten und Trends für das noch taufrische Jahr.  

Dieses Jahr hatte ich das Glück, mit meinem Kollegen und guten Freund Igor einen Inspiration Circle auf der IMM Cologne auszustatten. Das bedeutet, wir haben uns vorab alle Aussteller einmal genauer angeschaut und unsere Lieblingsprodukte ausgewählt. Nun konnten wir hier zwar noch nicht auf alle Neuheiten zugreifen, haben aber eine ganz schöne Wohninspiration zusammengestellt, wie ich finde. 

Wer mich kennt, weiß vielleicht, dass ich es mit Farbe nicht so habe. Aber das Gute an so einer (Messe)Fläche ist, man kann sich einfach mal was trauen. Wände streichen, Möbel auswählen, Farben, Formen oder Materialien nutzen, die man sonst vielleicht nicht für die eigenen Vier Wände auswählen würde. Bei der Konzepterstellung fiel es mir erstaunlich leicht, die Produkte und Farben auszuwählen (natürlich immer in enger Absprache mit Igor). Dabei stellte sich mir nun die Frage, warum ich mich im normalen Leben damit immer so schwertue und ob ich wohl dieses Jahr einfach mehr Formen und Farben bräuchte. 

All die Jahre zuvor hatte ich immer das Gefühl, dass mein Zuhause in gedeckten und natürlichen Farben daherkommen müsste, weil das für mich Ruhe ausstrahlte und ich mich so besser entspannen konnte. Nun würde ich aber sagen, dass mein Leben in den letzten Jahren deutlich mehr Geschwindigkeit hatte, ich ergo mehr Entspannung in Sachen Interior bräuchte. Aber das Gegenteil ist der Fall, ich möchte mehr zu gucken haben, möchte mehr Kontraste ins Spiel bringen und bin gelangweilt vom ZEN-Look.
Damals habe ich nicht ganz verstanden, warum ich das Verlangen nach Ruhe und Entspannung in meiner Einrichtung hatte, mittlerweile weiß ich aber, welche Faktoren da eine Rolle spielten. Denn am Ende ist das Interior eben auch Persönlichkeit. Sehen und gesehen werden. Laut und leise. Warm und kalt. Gelebt und verlebt.

Und wie mein Kollege und lieber Freund Igor so schön sagte, unsere Einrichtung ist zum Anfassen da, zum Spüren und für Kontraste (das war nämlich unser Motto unseres Inspiration Circle auf der IMM Cologne), also traut euch was and don’t be affraid!

Und mein Fazit der Messe?

Tja, darüber habe ich nun eine ganze Weile nachgedacht. Ihr kennt jetzt meine aktuelle Stimmungslage und vielleicht liegt es daran, aber es hat sich alles sehr bekannt angefühlt. Für mich gab es nur wenige WOW-Effekte und eigentlich liegt  sonst immer ein kleiner Zauber über einer Messe – man entdeckt Dinge, die anderen vielleicht vorenthalten bleiben und verlässt die Messe mit einem Sack voller Inspiration. Jetzt sitze ich im Zug nach Hause und Frage mich, was ich eigentlich von der Messe mitgenommen haben. Versteht mich nicht falsch, die Messe war nicht schlecht, sie war gut. Aber mir hat der Spark gefehlt, wie man so schön sagt. Wäre das ein Date gewesen, hätten wir uns an dieser Stelle geeinigt, dass ein zweites Date eher nicht in Frage kommt. Vielleicht war ich aber eben auch der Suche nach etwas anderem. 

Anscheinend bin ich mit diesem Gefühl auch nicht allein, in der Architektur spricht man gerade vom ‘Loosing Character‘ Phänomen. Statt Persönlichkeit, wirkt alles standartisiert und einheitlich. Vielleicht verständlich, Zeiten ändern sich und die letzten Jahre waren für uns alle sehr aufregend. 

Was mich gecatched hat, habe ich auf Instagram geteilt und dazu gehörten vor allem die Pure Talents Beiträge. Ein Faltbares 3er-Sofa, ein Noise Cancelling Raumtrenner, der sich einfach in die Decke klemmen lässt und eben die Objekte, die wir für unseren Inspiration Circle ausgewählt haben. Inter Lübke zum Beispiel, hat ganz tolle neue Metallregale in vielen Farben (unnd Formen). 

Also Kinder, falls ihr gehofft habt, hier kommt ein kleiner Trendbericht – muss ich euch leider enttäuschen oder euch sagen, die (Interior)Zukunft wird vielleicht nicht so aufregend. Aber ich bin mir sicher, dass uns dieses Jahr noch einiges Schönes erwartet und wir uns auf spannende Trends freuen können.

Igors und mein Tipp für dieses Jahr: Traut euch was!

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