Na, Lust auf einen Kaffee in Australien?

Seit letzten Herbst lebt meine persönliche Kaffee-Queen und ehemalige Barista Champion Nicole Battefeld in Australien und ich durfte ihr ein paar Fragen zur australischen Kaffeekultur stellen. Denn wenn wir schon gerade nicht wirklich verreisen können, dann machen wir wenigstens einen kleinen virtuellen Ausflug, oder?!

Die Kaffeekultur in Australien ist auf einem anderen Level. Hier bekommt man wahnsinnig hohe Qualität und das nicht nur bei Kaffee. 

Wer lieber sehen und hören, statt lesen will, der kann sich das ganze Interview auch hier anschauen! Und wer Nicole noch nicht kennt, der liest sich am besten unser erstes Interview dafür durch. 

Also Nicole, erzähl doch mal, wie ist denn so die Kaffeekultur im fernen Australien? 

Riesengroß. Generell ist alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat sehr gefragt und die Cafés und Restaurants sind immer alle rappelvoll. Das liegt zum einen daran, dass fast alles in Australien angebaut wird und an der guten australischen Küche. Hier gibt’s zum Frühstück nicht einfach nur ein bisschen Brot und eine Käseplatte, hier gibt es ganze Gerichte zum Frühstück. Und alles sieht wahnsinnig gut aus – alles super instagramable, haha. Und Kaffee an sich ist auf einem anderen Level. Es gibt zum Beispiel gefrorene Kaffeebars, wo man dann den besten Kaffee aus 2015 trinken kann. Das ist wirklich abgefahren und ich kann hier noch so viel dazu lernen. 

Und wie trinkt der Australier so seinen Kaffee? 

Auf jeden Fall mit Milch. Ich schätze, dass 90 % der Bestellung (in dem Café, in dem ich arbeite) als Milchkaffee bestellt werden. Und der Australier hat sich das zu Nutze gemacht und bietet dafür eigens für Milchkaffee designte Blends an. Wir bieten zum Beispiel ein „Milchblend“ im Laden an, das in Verbindung mit Milch nach Himbeere schmeckt, aber an und für sich schmeckt es nicht nach Himbeere, eben erst in Kombination mit Milch. Super abgefahren. Aber manchmal fehlt mir hier schon ein bisschen der gute alte schwarze Kaffee von daheim.  

Und was kostet so ein Kaffee in Australien? 

Normalerweise ist es hier schon teurer, aber aktuell ist der Dollar recht schwach und so zahlt man aktuell für einen Cappuccino zum Beispiel 4 $ – also umgerechnet 2,38 €. Das ist schon recht wenig im Vergleich, dafür dass hier alles hausgeröstet und von bester Qualität ist. Ein Kilo Kaffee kostet bei uns 48 $, also umgerechnet 28,52 € – sehr ähnlich zu den Preisen in Deutschland. 

Was unterscheidet den deutschen Barista vom australischen? 

Das Erste, was mir hier aufgefallen ist, ist das Alter. Die meisten fangen hier alle an zu arbeiten, wenn sie 13 oder 14 sind. In dem Alter bin ich einfach nur zur Schule gegangen.  Das bedeutet, ich arbeite hier jetzt mit vielen Barista zusammen, die erst 19 Jahre alt sind, aber eben schon einen ganzen Laden managen können.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Leute hier wirklich lieben was sie machen. Hier sagt keiner er muss das jetzt machen, um Geld zu verdienen, sondern alle stehen so richtig hinter dem, was sie machen und sind super wissbegierig. Außerdem herrscht ein großer Zusammenhalt – zum Beispiel darf jeder beim Menü mitentscheiden und morgens probieren wir den Kaffee zusammen als Team. Dadurch wächst aber auch immer die Verantwortung jedes einzelnen und es wird jedem viel mehr zugetraut. Das wiederum schlägt sich dann im Arbeitspensum nieder, denn 10-15 Stunden am Tag sind hier der Normalzustand und es ist oft sehr stressig, weil Personal knapper kalkuliert wird. Da sind wir mit unseren 8 Stunden in Deutschland schon etwas verwöhnt.

Sowieso sind die Menschen hier viel freundlicher und viel mehr an einem interessiert. Man wird eigentlich ständig gefragt, wie es einem geht, was man noch vor hat und und und…. Das ist großartig. Kann aber auch etwas überwältigend sein und manchmal sehne ich mich nach dem anonymen Berlin, weil ich vielleicht an dem Tag mal nicht so viel quatschen will, haha. 

Spannend, vielen Dank Nicole für diesen Ausflug in die australische Kaffeekultur! 

Falls ihr noch mehr von Nicoles Leben in Australien mitverfolgen wollt, dann folgt ihr am besten auf Instagram, hört ihren neuen Podcast oder schaut auf ihrer Website vorbei. Wenn es um Kaffee-Rezepte und -Wissen geht, hat sie meiner Meinung nach die besten Anleitungen!

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