Als mich letztens eine Freundin in den Stadtteil Tegel einlud, wußte ich nicht recht was mich erwartet. Klar in Tegel ist man eigentlich wenn dann nur am Flughafen. Aber mehr habe ich tatsächlich noch nicht von Berlin-Tegel gesehen.

Gerade wenn es um Kaffee geht, bin ich oft enttäuscht, aber da meine Freundin Selina das wußte, haben wir unsere Kieztour erst einmal direkt bei Budde Kaffee begonnen und bekamen feinsten ‘Third Wave Coffee” serviert, den ich im beschaulichen Tegel gar nicht erwartet habe. Erster Punkt für Tegel. 

Weiter ging es für einen kleinen Snack ins Café Wetterstein, eines der ältesten Büdnerhäuser die es in Alt-Tegel noch gibt. 1839 im Dorf Tegel errichtet und nachdem es 2013 ein Architektenpaar kaufte, saniert und den Bewohnern in Form eines Cafés wieder zugänglich gemacht. Dort gibt’s neben süßen Kuchen auch Flammkuchen, genau die richtige Stärkung für unseren anschließenden Ausflug nach Greenwich. 

Ja richtig gelesen, in Tegel gibt es sogar eine Greenwich Promenade, die Côte d’Azur von Berlin Tegel quasi. Denn Greenwich ist der Londoner Partnerbezirk von Reinickendorf – wer hätte das gedacht. Die Uferpromenade und Schiffsanlegestelle ist wirklich idyllisch und einen Ausflug wert. 

Bereits vom Ufer lassen sich erste Street Art Gemälde erahnen und spaziert man entlang des Tegeler Sees, gelangt man in eine Hochhaussiedlung, den sogenannten Art Park von Berlin Tegel. 
Während wir von weiten dachten, Obama ziert das Hochhaus (und uns darüber schon leicht wunderten), wurden wir vor Ort dann eines besseren belehrt – denn es zeigt einen Roboter, ein Mural von den Pixel Panchos. 

Neben dem Blauen Star von Collin van der Sluijs & Mr. Super A, gibt es außerdem ein beeindruckendes Wandgemälde von Borondo, welches ein blutverschmiertes Mädchen zeigt und bei den Anwohnern für wenig Freude sorgte. Allerdings trägt dieses Gemälde die typische Handschrift des Künstlers Borondo – er ist bekannt für seine düsteren und kritischen Kunstwerke und ich durfte mir letztens schon eins in Kopenhagen von ihm anschauen und finde seine Arbeiten sehr besonders. Aber es gibt noch viele weitere Street Art Motive zu bewundern, also schaut vorbei und schaut ob ihr sie alle findet. 

Und wer dann noch Lust hat, der dreht eine Runde über das Geländer der Borsigwerke. Auf dem alten Gelände wurden früher Lokomotiven gebaut und heute lädt es zum Shoppen und Staunen ein. 

Hände hoch, wer das alles schon wußte oder wer genauso überrascht war, wie ich. Und es hat mich direkt zu einer neuen Kolumne inspiriert. Demnächst wird es also viele weitere Kiezberichte geben und ich freu mich schon drauf! Seid dabei, wenn es bald wieder heit “When in…” 😀

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