Heute möchte ich euch eine ganz besondere Person vorstellen – Nicole Battefeld, die auch schon lange vor dem Titel “Deutsche Barista Meisterin” meine persönliche Barista Queen war.

Nicht nur weil sie in meinem Lieblingsladen der Röststätte Berlin den besten Kaffee serviert, sondern weil sie mich über all die Jahre auch immer an ihrem Kaffeewissen hat teilhaben lassen und mich so wahrscheinlich erst richtig für guten Kaffee sensibilisiert hat.

Für unser Interview durfte ich sie und Beagle Moppi in ihren vier Wänden besuchen, mich durch diverse Kaffees probieren und Nicole mit vielen Fragen löchern.

Wie bist du Barista geworden?

Nach dem Abitur habe ich in meiner Heimatstadt Görlitz angefangen in einer kleinen Espressobar zu arbeiten und hatte sehr leidenschaftliche Chefs, die mich in das Arbeiten als Barista einführten. Obwohl es mir richtig viel Spaß gemacht hat, entschied ich mich für ein Studium (Diplom-Verwaltungswirtin), was sich aber schon wenig später abbrach und weiter in der Espressobar jobbte. Da mir die Arbeit in der Gastronomie offensichtlich viel besser lag, entschied ich mich eine Ausbildung zur Köchin zu machen.

Und vor 8 Jahren bin ich dann nach Berlin gekommen und habe hier meine Ausbildung beendet und dann einige Zeit im “3 Minutes sur mer” auf der Torstraße gearbeitet.

Mich hat es aber immer wieder zurück an die Kaffeemaschine gezogen, weshalb ich eines Tages bei der Röststätte auf der Matte stand, direkt eingestellt wurde und dort seitdem viel gelernt habe.

Wie lautet deine offizielle Berufsbezeichnung in der Kaffeeszene?

Barista – Head Barista um genau zu sein.

Aber zum Barista sein gehört ja viel mehr als nur Kaffee zubereiten, oder?

Genau, in der Röststätte bin ich Bar Managerin, röste Bohnen, berate Kunden und gebe Workshop zum Beispiel für Latte Art. Aber auch Kundenbesuche oder Messen stehen oft auf dem Programm. 

Wie lange bist du jetzt ein Teil der Röststätte?

Mittlerweile 5 Jahre, in denen ich viel gelernt habe und mich weiterentwickelt habe. Vor 2 Jahren nahm ich an meiner ersten Meisterschaft teil und belegte den zweiten Platz. Dieses Jahr dann sogar den ersten Platz. Jetzt darf ich mich offiziell deutsche Barista Meisterin nennen 🙂

War es schon immer dein Ziel dich für eine Meisterschaft zu qualifizieren?

Nein, nicht wirklich. Ein Freund ist vor Jahren dort angetreten und ich habe mit dem Team der Röststätte zugeschaut. Danach hat mein Chef bei der Weihnachtsfeier in die Runde gefragt, ob sich denn auch jemand von uns vorstellen könnte mal bei einer Meisterschaft anzutreten. Und ich habe direkt (und leicht alkoholisiert) “ja klar” gerufen. Danach gab es quasi kein zurück mehr und ich begann zu trainieren und bereitete mich fast ein Jahr lang vor. Nach Platz 2 der Meisterschaft hieß es dann wieder vorbereiten, sich verbessern und ich bin erneut bei der Meisterschaft in diesem Jahr angetreten und habe gewonnen. Yay!

Die harte Arbeit hat sich also gelohnt und du hast es sogar etwas übertrieben, nicht wahr? 

Ja, ich habe mein Handgelenk etwas zu sehr beansprucht und musste kurz nach der Meisterschaft operiert werden, weswegen ich leider nicht an der Weltmeisterschaft in Amsterdam teilnehmen konnte. Jetzt sitze ich zwar nur als Zuschauer dabei, mein Handgelenk ist dafür aber wieder ok 🙂

Zum Abschluss deine TOP-5 Location (neben der Röststätte) für richtig guten Kaffee in Berlin?

  1. Happy Barista (Ostkreuz)
  2. 19 Gramms (in Mitte oder in Friedrichshain)
  3. Five Elephants (Kreuzberg)
  4. Populus (Neukölln)
  5. Bonanza Roastery Café (Kreuzberg) 
    + The Barn (zum Beispiel in Mitte)

Und wer sich jetzt einmal selbst von der Kaffeekunst der Deutschen Barista Meisterin überzeugen will, der geht Nicole einfach mal in der Röststätte besuchen. Falls sie nicht gerade hinter der Kaffeemaschine steht, findet ihr sie mit aller größter Wahrscheinlichkeit an der Röstmaschine oder bei ihrer täglichen Gassi-Kaffeerunde in einem der oben genannten Cafés 🙂 

Vielen Dank Nicole, dass du mir Rede und Antwort gestanden und mir dein Reich gezeigt hast. 

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