Im Wohnzimmer hat sich mal wieder etwas getan. Aber ganz anders als geplant. Aus irgendeinem Grund viel mir die Malerleiter im Keller ein und ich dachte mir, dass ich die bestimmt prima als vorübergehendes Regal nutzen könnte. Konnte ich nicht. Aber bleiben durfte sie trotzdem und auf einmal entstand eine ganz andere Stilrichtung in unserem Wohnzimmer. Gar nicht so minimalistisch und irgendwie sehr natürlich. 

Einige Tage stand die Leiter also so im
Wohnzimmer rum und ich starrte sie jeden Abend minutenlang an. Irgendwie
gefiel sie mir da so an der Wand lehnend. Aber so richtig passte es
nicht zum restlichen Stil des Wohnzimmers. Und dann auf einmal fügte
sich alles wie ein Puzzle zusammen. Ich dachte an die Weinkisten, meine
viel zu lange nicht benutzte Markttasche, meine Apotheker-Flaschen und
an das längst vertrocknete Bund Eukalyptus. Das Ergebnis seht ihr nun hier
und ich freue mich, wie Bolle über diese ‘Eingebung’.

Voller Stolz (und weil es auch Papa’s Malerleiter war, die seit dem Umzog (vor zwei Jahren) immer noch bei uns verweilte) präsentierte ich die neu designte Zimmerecke meinen Eltern. Statt die Freude mit mir zu teilen, schlugen sie eher die Hände über den Kopf und fragten, ob sie mir mit etwas Geld für richtige Möbel aushelfen sollen. Tssss. Das sind richtige Möbel. Und jedes Teil erzählt eine Geschichte. Während Couch Nockeby und Sideboard Besta nur laut Ikea schreien und mich lieber nicht länger nachdenken lassen sollten. 

Na man kann es eben nicht jeden recht machen,
aber ich erfreue mich sehr daran, ein völlig neues Ensemble geschaffen
zu haben. Fast schon als hätte ich jedes einzelne Stück extra dafür
käuflich erworben. Stattdessen waren alle Stücke schon lange in
unterschiedlichen Ecken der Wohnung verstreut und haben nur auf ihren
großen Auftritt zusammen gewartet. 

Die Weinkisten waren damals die ersten Gegenstände, die ich für die neue Wohnung besorgt hatte und in den Koffer hatte ich mich auf einem stuttgarter Flohmarkt verliebt (in die große Apotheker-Flasche ebenso). Die Blechkisten stammen aus einem Trödelladen in San Diego, die Korbtasche vom Kollwitz-Markt und die Leinwände wollte ich eigentlich längst mal bemalen. 

Und an all das muss ich denken, wenn ich in diese Ecke schaue – an all die Erinnerungen, die sich dahinter (nicht sichtbar für andere) verbergen. Daran, wie ich mit meinem Vater fast 3 Tage lang auf der Malerleiter stand und die gesamte Wohnung weiß gestrichen haben, die schöne Zeit in San Diego und den wunderbaren Ausflug nach Stuttgart. Während meine Eltern nur daran denken können, wie alt und vor allem dreckig wohl alles ist. Nicht alt – Vintage meine Lieben!

4 replies on “Puzzeln für Fortgeschrittene – Vintage im Wohnzimmer

    1. Daaaanke dir! Ja das hatte ich ja auch ursprünglich vor – nur ging das leider mit dieser Leiter nicht (nur Stufen auf einer Seite)…aber so finde ich es auch fast viel schöner 🙂

      LG Claudi

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